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Der Genetische Hintergrund
der weißen Abzeichen beim Azawakh

Die Angst vor der weißen Farbe

Vor dem Hintergrund der derzeit sehr restriktiven Vorgaben, die Ausdehnung der vom Standard für die Rasse Azawakh geforderten weißen Abzeichen betreffend, möchte ich an dieser Stelle einen Beitrag dazu leisten, das allgemein bestehende Informationsdefizit über die genetischen Grundlagen der Vererbung und Ausprägung weißer Abzeichen zu beheben.

Die Ausbildung weißer Farbe beim Hund ist auf verschiedene biochemische Vorgänge zurückzuführen, d.h. es gibt verschiedene Ursachen warum ein Hund weiß aussieht. Träger der Farbe ist das Pigment, dessen chemische Grundlage das Melanin ist. Das Melanin entsteht durch oxidative Reaktionen unter Mithilfe des Enzyms Tyrosinase aus der Aminosäure Tyrosin.

Fehlt also Tyrosin oder Tyrosinase kann keine Färbung zustande kommen. Albinos sind Hunde denen die Aminosäure Thyrosin fehlt und auch wenn Tyrosinase vorhanden ist, können sie daher kein Pigment ausbilden. Da auch die Iris unpigmentiert ist, kann der stark durchblutete Augenhindergrund durchscheinen und die Augen erscheinen rot. Ist keine Thyrosinase vorhanden, kann lediglich ein ein geringer Teil des Tyrosins durch andere Mechanismen zu Melanin umgewandelt werden. Dies ist auf die Augen beschränkt, das Fell ist trotzdem rein weiß.

1956 wies Hirschfeld durch Testpaarungen nach, dass Taubheit und weißes Fell wenn überhaupt, keineswegs eng miteinander gekoppelt sein müssen. In einer Dissertation aus dem Jahr 2000 der Tierärztlichen Hochschule Hannover wurde dies bestätigt.
Mit Hilfe von Varianzkomponentenschätzung und komplexen Segregationsanalysen wurden Hörtests von Dalmatinern analysiert. Dabei wurden unter anderem die Beziehung zwischen dem Merkmal kongenitale, sensorneurale Taubheit und Fell- und Augenfarbe, vorhandensein von Platten, Geschlecht sowie dem Inzuchtkoeffizienten untersucht.

Das Ergebnis zeige, dass das Allel sw, das bei der Rasse Dalmatiner genetisch fixiert ist, nicht für die kongenitale ,sensorineurale Taubheit verantwortlich gemacht werden kann.( Juraschko Populationsgenetische Untersuchung der kongenitalen Taubheit beim Dalmatiner,2000, S. 105. )

Das bedeutet, dass die Taubheit beim Dalmatiner unabhängig von der weißen Farbe vererbt wird. Es gibt aber eine signifikante Assoziation zwischen dem Auftreten von blauer Augenfarbe und kongenitaler sensorineuraler Taubheit ( Juraschko, S. 100/101 ) Die Blauäugigkeit geht mit Anomalien des Sehorgans / Augenhintergrunds einher.


Quellenangaben Schleger, Hundezüchtung in Theorie und Praxis 1986 Burns& Fraser, Die Vererbung des Hundes 1968 M.Willis, Genetik der Hundezucht 1992,1989 Robinson 1990, Inge Hansen, Vererbung beim Hund Wegener ,Kleine Kynologie 1995 Juraschko, Populationsgenetische Untersuchung der kongenitalen Taubheit beim Dalmatiner 2000
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